Mit den AirPods durch den Tag

1991 als Zwei-Mann-Firma gestartet, entwickelte sich DQ Solutions zum modernen ICT-Dienstleister mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit Geschäftsstellen an 14 Standorten in der Deutschschweiz ist DQ Solutions heute einer der kompetentesten und umfassendsten Anbieter von Lösungen rund um Apple-Produkte und bedient als autorisierter Apple-Experte europaweit als einzige Unternehmensgruppe sowohl Privat- und Unternehmenskunden als insbesondere auch Kunden aus dem Bildungsbereich.

René Schneider ist seit der ersten Stunde Teil der DQ Familie und seit Jahrzehnten bestens mit dem Apple-­Universum vertraut. Wir haben ihn nach seiner Meinung und seinen Erfahrungen am Markt im Hinblick auf das Kultprodukt AirPods von Apple befragt.

 

ALSO Schweiz: Dieses Jahr kamen die neuen AirPods auf den Markt. Wenn du dich zurückerinnerst, René, wie waren damals die Reaktionen auf die erste AirPod-Generation?
René Schneider, DQ:
Ganz zu Beginn war man natürlich euphorisch: «Hey cool, drahtlose Kopfhörer!» Darauf folgte dann, vor allem unter den Technikern bei uns, sogleich ein kurzer kritischer Moment im Hinblick auf die zu erwartende Batterielaufzeit. Ausserdem stellten wir uns die Frage, wie die Lebensdauer von Mikrobatterien aussehen würde, da wir bis anhin die vergleichsweise langlebigen Kabel-Kopfhörer gewohnt waren.

Dann war man, meiner Vermutung nach, sogar bei Apple selbst überrascht vom einschlagenden Erfolg der AirPods, denn ganz zu Beginn gab es rasch ein Lieferproblem, das aber glücklicherweise behoben werden konnte. Die AirPods stiessen auf dem Markt auf eine unglaubliche Resonanz. Sie waren in den letzten zwei Jahren DAS Geschenk unter dem Weihnachtsbaum und der Erfolg dauert bei der neuen Version an.

Bei unseren eigenen Kunden konnten wir eine starke Polarisierung feststellen. Entweder waren sie angetan und begeistert oder sie hatten gleich überhaupt kein Interesse. Ich vermute ganz stark, das hängt mit der allgemeinen Einstellung gegenüber Neuem zusammen. Der Markt braucht immer eine gewisse ­Adaptionszeit, um sich vom Gewohnten zu lösen und Innovationen eine Chance zu geben.

Wie beurteilst du die Apple AirPods ganz persönlich? Würdest du das Produkt aus deiner Sicht für uns bitte einmal beleuchten?
Das Wichtigste zuerst: Ich finde die Klangqualität der AirPods sehr ausgewogen und auf verschiedene Musikstile gut abgestimmt. Zudem finde ich das Design im Vergleich zu den Mitbewerberlösungen sehr elegant und stilvoll. Gewisse Leute haben sich über das Fehlen fetter Bässe bei AirPods beklagt. Dem kann ich nicht zustimmen. Die Bass­anhebung ist sanft und wirkt nicht übertrieben wie bei einigen Mitbewerberprodukten. Bedingt durch die halboffene Bauform sind sie gut, aber nicht maximal hoch. Das sichtbare Rohr am unteren Ende der AirPods braucht es für einen vollen Bassklang. Dieses weisse Rohr der Apple Hörer gibt es seit vielen Jahren, und es ist zum unverwechselbaren Designelement geworden.

Es gibt «In-Ear»-Kopfhörer anderer Anbieter, die nur aus dem Steckknopf im Ohr bestehen und ringsherum mit einem Gummi abgedichtet sind. Dies ermöglicht ebenfalls einen guten Bass, gleichzeitig ist man mit dieser Lösung aber komplett von der Aussenwelt abgeschottet, was mit den AirPods glücklicherweise nicht der Fall ist.

Ausserdem sind die AirPods sehr, sehr leicht. Durch die gute Passform eignen sie sich zudem perfekt zu sportlichen Aktivitäten, denn sie halten auch beim Joggen und Springen.

Toll finde ich ausserdem die einfache Bedienbarkeit via Tippfunktion und, immer wieder gut von Apple umgesetzt, das wunderbare Zusammenspiel mit anderen Devices wie dem iPhone oder der Apple Watch. Grundsätzlich braucht man eigentlich gar keine Tippfunktion, denn Siri reagiert bei der zweiten AirPods-Generation auf alle Anweisungen schnell und problemlos. Ich verwende die AirPods je nach Bedarf einseitig zum Telefonieren oder beidseitig zum Hören von Musik oder Podcasts.

Der Clou für mich persönlich ist ausserdem das Case zum Aufladen. Ist die Batterie der AirPods leer, steckt man sie einfach in das kabellose Case und lädt sie im Nu bis zu dreimal wieder auf. Das iPhone zeigt bei geöffnetem Case und eingesetzten AirPods den Ladezustand von beiden an.

Und wie hat sich die Marktnachfrage bis zum heutigen Tage entwickelt?
In der Schweiz leben wir im «Apple-Land». Durch den grossen iPhone-Markt haben auch die ­AirPods nach wie vor ein sehr hohes Potenzial. Der Trend der grossen «Monster»-Kopfhörer von vor einigen Jahren ist inzwischen recht zurückgegangen, und die AirPods werden nach wie vor stark nachgefragt, insbesondere beim jüngeren Zielpublikum, das sich selbst vom doch eher hohen Preis für ihr Budget nicht abschrecken lässt.

Wenn ich mich morgens auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn oder auf der Strasse umschaue, sehe ich immer mehr Menschen mit AirPods. Ich würde hier durchaus von einem neuen Kultstatus sprechen.

Teilst du noch deinen Ausblick für die AirPods mit uns bzw. hast du Wünsche oder Anregungen für die Produktentwicklung?
Meiner Meinung nach könnte die Tippfunktion noch ein wenig ausgefeilt werden. Andere Hersteller arbeiten hier bereits mit Wischfunktionen für Lautstärke oder anderen Regelmöglichkeiten. Hier sehe ich durchaus noch Entwicklungspotenzial.

Was ich ganz persönlich sehr nützlich fände, wäre eine «Wiederfind-Funktion», wenn man die doch eher kleinen kabellosen AirPods einmal verlegt oder vergessen hat, was mir im Fitnesscenter doch schon mal passiert. Oder eine Art Signalton, wenn man sich zu weit von den AirPods entfernt. Das wäre doch etwas sehr Praktisches und lässt sich, nach meinem technischen Verständnis, auch gut einbauen.

Was den Kultstatus der AirPods betrifft, so sehe ich das, wie bei allen Trends, selbstverständlich als zeitlich begrenzt an – es sei denn, dass sich auch die AirPods, wie viele Produkte der Apple Familie kontinuierlich innovativ weiterentwickeln.

Aktuell ist der Trend jedenfalls ungebrochen. ­Momentan sind 80 % unserer Kopfhörer-­Verkäufe Apple AirPods. Somit glaube ich, dass auch in diesem Jahr viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum klein, weiss und bereits im Case verpackt sind.