Smarte Häuser, smarte Autos, smarte Umwelt, das Internet of Things (IoT) dringt immer schneller in unseren Alltag ein und verfolgt nur ein Ziel: So ziemlich jeden Aspekt unseres Lebens mit dem Internet zu verbinden. Jetzt fragen sich viele, wer mit IoT Geld verdient, respektive wie man selbst mit IoT Geld verdienen kann. Cisco prognostiziert, dass der IoT-Umsatz in ein paar Jahren auf 19 Trillionen (TRI-LLI-ONEN!!) US-Dollar steigen wird. In der Branche redet man deswegen von der «19 Trillion Dollar Opportunity», wenn es um die digitale Revolution geht. Hört sich verrückt an? Nicht wirklich. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie IoT monetarisiert werden kann.

Die üblichen Verdächtigen

Um mit IoT Geld zu verdienen, muss man zuerst verstehen, wo Geld verdient werden kann. Die grössten Nutzer von IoT sind Konsumenten, ­Government und Unternehmen.

Konsumenten
Im Bereich von Smart Home, Autos und Fitness-­Trackern profitieren die meisten Konsumenten heute bereits von IoT. Bis 2020 sollen bereits 220 Millionen Autos mit einer permanenten Internetverbindung im Umlauf sein. Im Bereich Smart Home sollen bis 2030 bereits die meisten Geräte in einem Haus über eine Internetverbindung verfügen.

Governments
Regierungen und Behörden haben den grössten Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der IoT in unser Leben tritt. Zum einen benötigt es die Infrastruktur (5 G, SmartCities etc.) zum anderen braucht es neue Gesetze zur Regulierung oder zum Schutz. Bund, Kantone und Gemeinden gehören aber auch zu den grössten Arbeitgebern und Eigentümern von Immobilien. Hier sind vor allem Technologien im Bereich E-Governance, Workplace as a Service, Home Automation und Digitalisierte Prozesse gefragt.

Unternehmen
Das grösste Stück vom IoT-Kuchen befindet sich im Umfeld der Unternehmen. 35 % der Produktionsbetriebe nutzen heute schon Smart Sensors und weitere 18 % werden die Betriebe in den nächsten eins bis drei Jahren nachrüsten. Gemäss diversen Schätzungen rechnet man bis 2020 mit 75 Millionen Smart Devices in der Landwirtschaft. Im Food-Sektor sind bis dann schon 310 Millionen IoT-Produkte im Einsatz und der Energiesektor rechnet mit einer Milliarde installierten Smart Meters.

 

Zusammengefasst gibt es vier Möglichkeiten, um mit IoT Geld zu verdienen: Der Fokus liegt dabei auf Hardware, Services, Daten und Ecosystem Building.

 

Hardware Premium: Produkte mit Connected Features ergänzen
Dies ist die einfachste Art, um mit IoT Geld zu verdienen. Unternehmen ergänzen neue Produktlinien mit einem Connectivity Feature und offerieren eine Mobile App, ­wodurch die Produkte neu von der ganzen Welt aus angesteuert werden können. Zusätzliche Features an einem Produkt erlauben es den Produzenten, die Produkte zu ­einem höheren Preis zu verkaufen, wodurch der Umsatz gesteigert werden kann.

So funktioniert’s: Auf der einen Seite können bestehende Produkte aufgerüstet werden, wie z.B. TVs, die heute fast nicht mehr ohne SmartTV produziert werden. Aber es können auch komplett neue Kategorien entstehen, wie Smartwatches und Fitness-Tracker. Grundsätzlich wird alles «Smart» gemacht, womit wir heute schon interagieren: Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Lichter etc. und vielleicht schon bald auch Stühle, Tische, Matratzen etc.

Service Subscription
Das Anbieten von Services und der damit verbundene ­Verkauf im Subscription Modell ist ein guter Weg, wie man mit IoT-Produkten Geld verdienen kann. So wird ein regelmässiger Revenue Stream generiert und die Kundenbindung wird stärker. Unternehmen können ihre Angebote um Service-Pläne ergänzen, um Ihren Kunden eine flexiblere Nutzung der Produkte zu ermöglichen.

So funktioniert’s: User werden zukünftig vermehrt auf ­externe Service Provider zurückgreifen, damit sie sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. Services wie Finanzierung (Mietmodell, Leasing) oder ein Pay per Use-Modell für Cloud-Lösungen bieten eine Möglichkeit, um sich in der IoT-Welt neu zu positionieren. Wichtig ist, dass die Services modular sind und der User auch während einem laufenden Vertrag die Module beliebig aus­tauschen kann.

Daten
IoT-Produkte produzieren Unmengen von Daten. Ein Drohnenflug von wenigen Minuten kann Daten im Terrabyte-­Bereich produzieren, aber auch kleinere Datenmengen sind Gold wert. Unternehmen können die Daten nutzen, um ihre Kunden besser zu verstehen und um ihr Marketing zu verbessern. Auf der anderen Seite ist eine ganze Industrie im Zusammenhang mit dem Sammeln, Verarbeiten und Handel von Daten entstanden.

So funktioniert’s: Grosse Datenmengen müssen nicht nur gespeichert werden (Datencenter, Cloud Service Provider), sondern müssen auch verarbeitet werden (Analyse Tools, Beratung). Michelin nutzt zum Beispiel Chips in ihren Reifen und wertet die Nutzerdaten so aus, dass daraus Rückschlüsse für die Produktion und Services gezogen werden können.

Ecosystem Building
Das Konzept von IoT basiert auf der Idee, dass alles mit­einander verbunden ist. Weil Produkte nicht einfach so ­miteinander kommunizieren oder funktionieren, werden künftig immer mehr Plattformen notwendig sein, die unterschiedlichen Produkte und Services zusammenzubringen. Sogenannte Marketplaces helfen dabei, die Produkte und Services zusammenzuführen, die auch miteinander funktionieren können. Es entsteht ein Ökosystem von ­kompatiblen Smart Things.

So funktioniert’s: In diesem Modell profitiert der Gründer der Plattform von den Nutzern und erhält einen kleinen Anteil an allen getätigten Transaktionen und verkauften Produkten. Solche Plattformen bieten enorme Vorteile für alle involvierten Parteien, weil die Bindung von allen Beteiligten sehr hoch ist. Alle müssen sicherstellen, dass alles funkti­oniert – vom Hersteller über den Plattformbetreiber bis hin zum Händler. Verkauf wird zu einer Verpflichtung und ist nicht mehr nur ein isolierter Event.