Angesichts der raschen Ausbreitung des Corona-virus verschärfte der Bundesrat Mitte März die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Alle Restaurants, Bars, Läden sowie Freizeitbetriebe mussten schliessen. Nur noch lebensnotwendige Einrichtungen wie Spitäler, Lebensmittelgeschäfte, Apotheken etc. durften geöffnet bleiben.

Aufgrund der aktuellen Situation mussten auch alle öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen geschlossen werden. Die Schliessung der Schulen bedeutet aber nicht, dass jeglicher Unterricht eingestellt wird. Denn die höheren Fachschulen, Fachhochschulen sowie Universitäten stellen den Studierenden auf Online-Plattformen Schulmaterial zur Verfügung, sodass diese die Möglichkeit erhalten, die Vorlesungen und Übungen im Selbststudium zu absolvieren. Lediglich der Präsenzunterricht entfällt. Als Ersatz dafür kommunizieren die Dozierenden über Skype oder Microsoft Teams online mit ihren Studierenden und führen so einen Teil der Unterrichtssequenzen durch. So bleibt für die Studierenden die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren Dozierenden und auch mit ihren Mitschülern direkt auszutauschen. Zum Fernunterricht gehört auch, dass die Studierenden Arbeitsaufträge erhalten, die sie selbstständig zu Hause bearbeiten.

Viele Kinder werden zuhause von ihren Eltern unterrichtet – sei es im Wohnzimmer, im privaten Büro oder im eigens dafür geschaffenen Kinderschulzimmer. Für die Eltern bedeutet dies eine grosse Herausforderung: Sie sind von einem Tag auf den anderen auf sich allein gestellt und müssen einen Weg finden, ihre Kinder durch diese neue Situation zu führen und -ihnen auch noch den Lernstoff beizubringen. Es gibt aber auch Lehrpersonen, die den Schülern via Mail oder Online-Plattformen Schulmaterialien zur Verfügung stellen. Selbstverständlich gibt es auch Lehrpläne, in denen genau beschrieben wird, was auf welcher Stufe bis wann gemacht werden muss. Die Lehrpläne bedeuten für die Eltern eine Erleichterung, da sie dank ihnen wissen, was zu tun ist.

Trotzdem stellt Homeschooling für ALLE eine grosse Herausforderung dar – nicht zuletzt deshalb, weil die Kinder sehr unterschiedlich sind. Die einen lernen schneller, die anderen haben mehr Schwierigkeiten und brauchen einen Ansporn, um zu lernen. Beim Homeschooling müssen die Eltern entscheiden, wie und wann ihr Kind am besten lernt. Stärker als im Schulunterricht können sie jedoch individuell auf die Lernbedürfnisse der Kinder eingehen. Der Weg ist das Ziel – wie man dorthin gelangt, ist jedem selbst überlassen.

Die Schulen arbeiten mit Hochdruck daran, Systeme und Abläufe einzuführen, um die Schüler zu Hause zu unterrichten. Hierfür gibt es verschiedenste Unterrichtsformen. Einige Schulen unterrichten via Skype oder Microsoft Teams, andere bevorzugen das Selbststudium, für das sie den Schülern über Lernplattformen die nötigen Unterlagen zur Verfügung stellen. Bei deren Bearbeitung unterstützen die Eltern ihre Kinder, indem sie die Aufgaben gemeinsam lösen.

Homeschooling kann nicht bedeuten, den Unterricht genau so zu gestalten, wie er in der Schule durchgeführt wird. Es ist eine komplett neue Art, zu lernen und sich Bildung anzueignen. Da wir Menschen eben unterschiedlich sind, kann es nicht eine einzelne Art des Lernens für alle Kinder geben. Die Eltern müssen selbst entscheiden, was für ihre Kinder das Beste ist und wie man zu Hause effektiv lernt.

Unsere Tipps und Tricks

  • Wie Erwachsene brauchen auch Kinder eine klare Struktur. Dazu druckt man am besten den Lernplan aus und visualisiert ihn mit verschiedenen Farben – für jedes Fach eine andere Farbe. So behalten sowohl die Kinder als auch die Eltern den Überblick. Sollte kein Plan vorhanden sein, erstellen die Eltern zusammen mit ihren Kindern einen eigenen Lernplan. Eine solche Struktur ist für das Homeschooling sehr wichtig und erleichtert den Eltern das Unterrichten.
     
  • Wie im Homeoffice sollte man auch beim Homeschooling einen fixen Ort bestimmen, wo die Kinder lernen. Einmal im Esszimmer, einmal im Büro und einmal in der Küche zu lernen, ist keine gute Lösung. Den Kindern muss klar sein, wo gelernt wird. Es ist selbstverständlich, dass der Platz zum Lernen aufgeräumt ist und alle benötigten Schulunterlagen griffbereit sind. So werden die Kinder nicht abgelenkt und können konzentriert lernen.
     
  • Am besten steht man jeden Tag um die gleiche Zeit auf und erstellt einen fixen Tagesablauf.
    Den Kindern muss klar sein, dass sie nicht in den Ferien sind, sondern dass der Unterricht zu Hause weitergeführt wird. Beispielsweise könnte man -vormittags, wenn die Kinder ohnehin in der Schule wären, den Lernstoff durchgehen und lernen. Die Lernzeiten sollte man jedoch individuell gestalten, da es auch Kinder gibt, die zu anderen Tageszeiten lernfähiger sind. Pausen sollten unbedingt auch eingeplant werden – im gleichen zeitlichen Rahmen wie in der Schule. Damit sich die Kinder an die neue Situation gewöhnen, sind geregelte Zeiten hilfreich.
     
  • Selbstverständlich können die Kinder nicht den ganzen Tag lernen – es braucht einen gesunden Ausgleich zwischen Lernen und Spielen. Der Zeitplan, den man gemeinsam mit den Kindern aufstellt, enthält fixe Zeiten fürs Lernen sowie für die Pausen und fürs Spielen. Die Kinder brauchen genügend kreativen Freiraum!
     
  • Das Leben zu Hause besteht für die Kinder nicht nur aus Lernen und Spielen – auch die Zeit mit der Familie ist wichtig: gemeinsam kochen, basteln, malen etc. Dazu braucht es nicht viele Anregungen, da die Kinder sehr fantasievoll sind. Eine gute Balance zwischen Lernen, Spielen und Zeit mit der Familie verbringen kann die derzeit schwierige Zeit zu Hause lehrreich und erträglich machen, und überdies kann man dabei noch Spass haben.