Für viele Menschen – darunter auch eine Menge Reseller und ihre Kunden – ist das Thema Künstliche Intelligenz noch ein grosses Mysterium. Mit zurückhaltender Neugier und Skepsis schauen sie auf die neusten Entwicklungen, und so richtig will der Funke für das Thema noch nicht überspringen. Die Berührungsängste sind verständlich, schliesslich hat man es mit etwas Umfassendem zu tun, das sich nur schwer greifen lässt. Dabei steht KI noch ganz am Anfang.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Materie ein wenig näherbringen und zeigen, dass nichts, was mit KI zu tun hat, wirklich beisst. Als bestes Beispiel stellen wir Ihnen ausserdem unseren Partner CleverGuides vor. Und weil es so viel zu berichten gibt, geht es in der nächsten Ausgabe gleich weiter …

Künstliche Intelligenz oder KI umfasst rudimentär die Wissenschaft rund um Konstruktion und Entwicklung intelligenter Maschinen. Doch der industrielle Ansatz hin zur KI hat sich mittlerweile von der einfachen Entwicklung intelligenter Geräte entfernt. Technologieunternehmen und -forscher auf der ganzen Welt haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, KI-Lösungen zu entwickeln, die nicht nur in Bezug auf Entscheidungsfindung intelligent agieren, sondern auch aus Daten lernen können. 

Künstliche Intelligenz = Software, die intelligent handelt?

Alles, was sich KI nennen darf, besitzt ein tiefes Verständnis dafür, wie Prozesse oder Vorgänge ausgeführt werden. Flugzeuge fliegen ja auch nicht, weil sie Vögel imitieren.

KI-Technologien umfassen enorm viele Bereiche, nicht ausschliesslich Software. Die verschiedensten Konzepte sammeln sich unter dem grossen Oberbegriff KI. Folgende sind momentan die heissesten:

Natural Language Generation (automatische Textgenerierung)
Texte, die aus Computerdaten erstellt werden. Derzeit im Kundenservice, in der Berichterstellung und zur Zusammenfassung von Business-Intelligence-Erkenntnissen verwendet.

Spracherkennung
Transkription und Umwandlung der menschlichen Sprache in ein für Computeranwendungen nützliches Format. Wird momentan vor allem in interaktiven Sprachantwortsystemen und mobilen Anwendungen verwendet.

Virtuelle Assistenten
Sie reichen von einfachen Chatbots bis zu fortschrittlichen Systemen, die sich mit Menschen vernetzen können. Derzeit im Kundenservice und Support als Smart Home Manager eingesetzt.

Machine Learning Plattformen
Bereitstellung von Algorithmen, APIs, Entwicklungs- und Schulungs-Toolkits sowie Rechenleistung zum Entwerfen, Trainieren und Bereitstellen von Modellen für Anwendungen, Prozesse und andere Maschinen. Wird aktuell in einer Vielzahl von Unternehmensanwendungen eingesetzt, meistens hinsichtlich Prognosen oder Klassifizierungen.

KI-optimierte Hardware
Grafikverarbeitungseinheiten (GPUs) und Appliances, die speziell für die effiziente Ausführung von KI-orientierten Rechenaufträgen konzipiert wurden. Derzeit vor allem in Deep-Learning-Anwendungen eingesetzt.

Entscheidungsmanagement
Engines, die Regeln und Logik in KI-Systeme einfügen und für die Ersteinrichtung/Schulung sowie für die laufende Wartung und Optimierung verwendet werden. Eine ausgereifte Technologie, die in einer Vielzahl von Unternehmensanwendungen eingesetzt wird, um automatisierte Entscheidungen zu unterstützen oder durchzuführen.

Deep Learning Plattformen
Eine besondere Art des maschinellen Lernens, bestehend aus künstlichen neuronalen Netzwerken mit mehreren Abstraktionsschichten. Derzeit hauptsächlich in Anwendungen zur Mustererkennung und Klassifizierung verwendet, die von sehr grossen Datensätzen unterstützt werden.

Biometrik
Ermöglicht natürlichere Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen, einschliesslich, aber nicht beschränkt auf Bild- und Berührungserkennung, Sprache und Körpersprache. Derzeit hauptsächlich in der Marktforschung eingesetzt.

Robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA)
Verwendung von Skripts und anderen Methoden zur Automatisierung von Benutzeraktionen zur Unterstützung effizienter Geschäftsprozesse. Wird dort eingesetzt, wo die menschliche Ausführung zu teuer oder ineffizient wäre.

Natural Language Processing (NLP) und Textanalysen
NLP nutzt und unterstützt Textanalysen, indem es das Verständnis von Satzstruktur und Bedeutung, Gefühl und Absicht durch statistische und maschinelle Lernmethoden erleichtert. Wird besonders bei der Betrugserkennung und Security, einem breiten Spektrum an automatisierten Assistenten und Anwendungen zum Abrufen unstrukturierter Daten angewandt.

Und noch viel, viel mehr.

Dr. Friedrich-Carl Schaefer, der CEO von CleverGuides, hat es im Interview ganz treffend formuliert: «Was KI angeht, könnte man sagen, dass wir uns erst im Jahr eins des World Wide Webs befinden.» Uns steht also noch einiges bevor – aber zu ihm gleich mehr. Fakt ist, dass wir uns momentan – so komplex das Thema auch erscheinen mag – noch mit einer sogenannt schwachen KI umgeben. Das bedeutet konkret, dass KI nur einzelne menschliche Fähigkeiten auf Maschinen überträgt. Darunter fallen zum Beispiel Text-, Bild- und Spracherkennung. Dem gegenüber steht die starke KI. Gäbe es diese, wären Maschinen in der Lage, alles zu adaptieren, was ein Mensch kann. Ausserhalb des Filmuniversums sind wir dort allerdings noch lange nicht angekommen.